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Pressemitteilung Polizeidirektion Montabaur

Date: 2017-10-23 23:16

Einen Selbsttest auf Spielsucht gibt es auf der Webseite check-dein- von der Bundeszentrale fü r gesundheitliche Auflä rung (BzgA).

Polizeimeldungen aus Bad Münder am Deister

Wenn sie weiterspielen, setzt aber frü her oder spä ter die Verlustphase ein. Schließ lich sind Glü cksspiele so angelegt, dass der Anbieter auf lange Sicht besser da steht. Trotz der Rü ckschlä ge kann der Spieler nicht aufhö ren und erlebt einen Kontrollverlust: Eigentlich will er nur einen Euro in den Automaten werfen. Dann steht er Stunden spä ter immer noch davor , sagt Psychologe Werner Gross. Der Sü chtige fä ngt an zu lü gen, Geld zu leihen, verschuldet sich, zieht sich zurü ck und spielt tendenziell eher alleine. Ä ngste , Panikattacken und Depressionen kö nnen auftreten. Wobei er zwischendurch mö glicherweise durch eine Glü ckssträ hne auch kurzzeitig nochmal die Gewinnphase erreicht.

Glücksspiel: Wege aus der Sucht | Apotheken Umschau

Ob Alkoholabhä ngigkeit, Rauchen oder Kaufsucht: Lesen Sie, wie Sü chte entstehen und woran Sie erkennen, ob eine schlechte Angewohnheit schon zur Sucht geworden ist

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Im Verlauf der Suchtentwicklung geht es mit der Zeit gar nicht mehr darum, mö glichst viel Geld zu erspielen, sagt Werner Gross aus Offenbach, Autor des Buchs Was Sie schon immer ü ber Sucht wissen wollten : Die innere Erregung beim Spielen macht die Sucht aus. Dieser Nervenkitzel verursacht im Kopf ein chemisches Feuerwerk: Das Gehirn wird befeuert von einem Cocktail von Substanzen, der euphorisch macht und sonst eher bei kö rperlichen Hö chstleistungen, zwischenmenschlicher Zuwendung oder Notfallsituationen ausgeschü ttet wird: Hirnbotenstoffe wie Endorphine, Oxytocin, Dopamin, Serotonin. Besonders stimulierend seien schnell ablaufende Glü cksspiele wie bei Geldspielautomaten, warnt Gross: Diese einarmigen Banditen machen besonders leicht abhä ngig, weil sie den Spieler durch die rhythmischen Ablä ufe vö llig in Beschlag nehmen.

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Helfen all diese Maß nahmen nicht, ist unter Umstä nden ein stationä rer Aufenthalt in einer Klinik nö tig, um jede Mö glichkeit fü r Glü cksspiele zu unterbinden und den Entzug durchzustehen. Selbst nach so einer Behandlung verfallen viele Patienten wieder in alte Verhaltensmuster. Rü ckfä lle sind typisch fü r die Sucht , sagt Gross. Es gehe auch nicht darum, dass der Betroffene nie wieder spielt, erklä rt der Experte. Er sollte sein Leben aber wieder so weit in den Griff bekommen, dass er die Selbstkontrolle nicht mehr verliert und das Ausmaß sozial verträ glich bleibt.

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Vier von fü nf Spielsü chtigen sind mä nnlich. Besonders hä ufig betrifft die Sucht junge Menschen im Alter von 66 bis 75 Jahren. Dies kann auch an der jeweiligen Lebenssituation liegen: Wer keinen geregelten Tagesablauf hat, weil er zum Beispiel arbeitslos ist, selbstä ndig arbeitet oder weil das Studium keine feste Struktur vorgibt, wird leichter spielsü chtig. Besonders anfä llig sind Menschen mit geringem Selbstbewusstsein und mit abrupten Umbrü chen in ihrer Lebensgeschichte , sagt Gross. Daneben gebe es aber auch stabilisierende Faktoren, die das Risiko einer Suchterkrankung verringern.

Schließ lich kommt es zur Verzweiflungsphase , wenn der Spieler alle leicht zu beschaffenden Geldmittel aufgebraucht hat. Seine Gedanken drehen sich trotzdem Tag und Nacht ums Spielen. Seiner Umgebung ist er inzwischen fremd geworden. Teilweise versuchen Sü chtige dann auch, per Diebstahl Geld zu beschaffen, um weiterzocken zu kö nnen.

Die WHO-Kriterien fü r Spielsucht klingen relativ nü chtern: dauerndes Spielen und Weiterspielen trotz starker negativer Konsequenzen. Zu den Konsequenzen gehö ren zum Beispiel Verarmung und Zerrü ttung der Familie. Wie kommt es so weit? Oft erreichen die Betroffenen ihren Kick nur noch ü ber immer grö ß eren Nervenkitzel, deshalb erhö hen sie die Dosis , erklä rt Glü cksspiel-Experte Gross: Die Sü chtigen setzen noch mehr Geld ein und drü cken zum Beispiel beim Automaten die Risikoleiter ganz nach oben. Sie spielen immer lä nger oder bedienen gleich drei Geldspielautomaten gleichzeitig. Das Klingeln der Automaten verfolgt sie in den Schlaf. In den Trä umen geht es weiter.

Wie schnell Angehö rige eine angehende Spielsucht bemerken, hä ngt unter anderem davon ab, wie eng der Kontakt zum Sü chtigen ist. Genauso kommt es darauf an, wie gut er die Sucht versteckt. Oft fallen der Familie zunä chst eher unspezifische Anzeichen auf, sagt Gross: Zum Beispiel verschwindet Geld oder der Betroffene wird unzuverlä ssig und unberechenbar und reagiert auf Fragen ausweichend.

Was vor Glü cksspielsucht schü tzen kann:
6. Ein regelmä ß iges Arbeitsleben
7. Guter Bezug zum eigenen Kö rper, zum Beispiel durch Sport
8. Feste Partnerschaft und stabile Familiensituation mit engen Kontakten
9. Verlä sslicher Freundeskreis mit gemeinsamen sozialen Aktivitä ten
5. Starkes Wertesystem, zum Beispiel durch eine Religion oder bestimmte Philosophie

Typischerweise verlä uft die Spielsucht in drei Phasen. Zunä chst gibt es eine lustbetonte Gewinnphase , in der Gelegenheitsspieler zusammen mit Freunden zocken, durch Erfolge angefixt werden und eventuell auch mal eine grö ß ere Summe gewinnen.